Wahlprüfsteine
Für die Landtagswahl am 20. September haben wir als LKJ Wahlprüfsteine ausgearbeitet und von den Parteien beantworten lassen. Inhalt der Wahlprüfsteine sind verschiedene Aspekte der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung.
BSW
Das BSW Mecklenburg-Vorpommern will die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung als landesweit tätige Fach-, Netzwerk- und Koordinierungsstelle langfristig sichern. Einrichtungen mit dauerhaften Aufgaben dürfen nicht jedes Jahr erneut um ihre Finanzierung bangen oder einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit für immer neue Förderanträge aufwenden müssen.
Wir setzen uns deshalb für eine mehrjährige institutionelle Grundförderung ein. Diese muss Personal, Verwaltung, Räume, fachliche Qualifizierung und die Entwicklung regionaler Netzwerke abdecken. Tarifsteigerungen und allgemeine Kostenentwicklungen müssen regelmäßig berücksichtigt werden.
Land und Kommunen tragen gemeinsam Verantwortung für ein flächendeckendes Angebot. Finanzschwache Städte und Landkreise dürfen damit jedoch nicht überfordert werden. Deshalb braucht es verbindliche Finanzierungsvereinbarungen und einen angemessenen Landesanteil. Besonders im ländlichen Raum sollen regionale Kooperationen, mobile Angebote und aufsuchende Formate unterstützt werden.
Kulturelle Bildung und freie Kulturarbeit gehören vielfach zu den freiwilligen Aufgaben von Land und Kommunen. Freiwillig bedeutet jedoch nicht verzichtbar. Diese Aufgaben ermöglichen Bildung, Begegnung, Meinungsvielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie sind damit unverzichtbar für eine lebendige demokratische Gesellschaft.
Bündnis 90/Die Grünen
Gerade für Kinder und Jugendliche ist es essenziell, verschiedenste Ausdruckmöglichkeiten zu erkunden, sich auszuprobieren und einen eigenen Ausdruckstil zu finden und zu erlernen, diesen zu nutzen. Kreativität ist höchst gefragte Schlüsselkompetenz für das ganze Leben. Dem steht gegenüber, dass Kultur als freiwillige Aufgabe in den Kommunen nicht verpflichtend erhalten und entwickelt werden muss, sondern dies in Abhängigkeit von deren finanzieller Ausstattung erfolgt. Damit ist jedes Jahr aufs Neue Unsicherheit, verspätete Auszahlungen, fehlende Kontinuität in Angebot und personeller Ausstattung verbunden. Wir wollen das ändern durch ein Kulturgesetz, welches Verbindlichkeit in den strategischen Zielen der Kulturpolitik und aber auch Verlässlichkeit in der Förderung für die Kulturschaffenden und die Institutionen bringen soll. In unserem Wahlprogramm fordern wir auf Basis der kulturpolitischen Leitlinien gemeinsam mit Kulturschaffenden ein Kulturgesetz entwickeln, um verlässliche Förderung, starke Regionen zu schaffen und einen Ausgleich steigender Kosten zu erreichen.
Eine gesetzliche Regelung in einer Verantwortungspartnerschaft zwischen dem Land MV, den Landkreisen und Kommunen würde damit Teil der Regelungen in einem entsprechenden Kulturgesetz sein. Wir unterstützen und begleiten einen entsprechenden Prozess mit Engagement.
CDU
Die CDU steht für eine verlässliche und auskömmliche Förderung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung als einem eigenständigen, gleichwertigen Bildungsbereich neben der schulischen Bildung. Wir setzen uns dafür ein, dass die Zuständigkeiten zwischen Land und Kommunen klar geregelt werden, damit Angebote nicht an Zuständigkeitsfragen scheitern. Dazu gehört eine mehrjährige Förderperspektive statt jährlicher Einzelentscheidungen, damit Träger vor Ort planen und qualifiziertes Personal langfristig binden können. Wir wollen zudem bestehende Förderprogramme evaluieren und dort nachschärfen, wo ländliche Räume bislang unterversorgt sind, damit flächendeckende Angebote nicht nur in den Zentren, sondern im ganzen Land ankommen.
Die Linke
Unser Ziel ist es, die kulturelle Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu stärken. Dafür setzen wir uns für ein Kulturfördergesetz mit klaren, transparenten Fördergrundsätzen ein. Gleichzeitig wollen wir Kultur als öffentliche Pflichtaufgabe stärken und damit die gemeinsame Verantwortung von Land und Kommunen verbindlicher ausgestalten. Träger kultureller Bildung benötigen Planungssicherheit. Deshalb wollen wir verlässliche, mehrjährige Förderstrukturen anstelle kurzfristiger Projektlogiken etablieren. Gerade Einrichtungen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung müssen sich auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können und dürfen nicht jedes Jahr um ihre Existenz bangen.
Für uns ist kulturelle Bildung eine Querschnittsaufgabe. Kultur-, Bildungs-, Jugend- und Sozialpolitik müssen enger zusammenarbeiten, um flächendeckende Angebote zu ermöglichen. Gute kulturelle Bildung braucht außerdem qualifizierte Fachkräfte. Deshalb wollen wir bestehende Qualifizierungsangebote wie das Forum Kulturelle Bildung dauerhaft sichern und weiterentwickeln. Gleichzeitig setzen wir uns für gute Arbeitsbedingungen, faire Honorare und eine angemessene Finanzierung freier Träger ein. Wer hochwertige kulturelle Bildungsangebote erwartet, muss auch diejenigen stärken, die sie täglich ermöglichen.
Besonders wichtig ist uns die kulturelle Teilhabe im ländlichen Raum. In Mecklenburg-Vorpommern leben rund zwei Drittel der Menschen außerhalb der Oberzentren – gerade dort übernehmen Vereine, Musikschulen, Jugendkunstschulen, Bibliotheken, Medienwerkstätten und soziokulturelle Zentren Aufgaben, die weit über Kultur hinausgehen. Sie schaffen Begegnungsorte, stärken das demokratische Miteinander und eröffnen Kindern und Jugendlichen Perspektiven. Diese Einrichtungen wollen wir langfristig sichern und gemeinsam mit den Kommunen weiterentwickeln. Dabei setzen wir auch auf Kooperationen mit Schulen und Horten, damit kulturelle Bildungsangebote möglichst viele Kinder und Jugendliche unabhängig von Wohnort oder Einkommen erreichen.
FDP
Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ist für uns Freie Demokraten ein essenzieller Bestandteil ganzheitlicher Bildung. Sie stärkt Kreativität, Persönlichkeitsentwicklung, eine Vielzahl an Kompetenzen und Teilhabe. Deshalb wollen wir ihre Rahmenbedingungen verbessern. Dabei setzen wir auf eine verlässliche Zusammenarbeit von Land, Kommunen, Trägern und der Zivilgesellschaft. Unser Ziel ist es, gute Angebote bedarfsgerecht zu ermöglichen, ohne die Träger durch immer neue bürokratische Vorgaben zu belasten. Wir wollen Förderverfahren vereinfachen, Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen sowie digitale Verwaltungsverfahren ausbauen. Gerade gemeinnützige Träger sollen ihre Zeit stärker für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einsetzen können. Das Land sehen wir in der Verantwortung, hierfür bedarfsgerechte und transparente Bedingungen zu schaffen und die Kommunen bei dieser Aufgabe einzubeziehen. Zugleich setzen wir auf die Vielfalt der Trägerlandschaft. Vereine, Musik-, Jugendkunstschulen, Jugendverbände, Bibliotheken, Kulturvereine und weitere Bildungspartner leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die kulturelle Bildung. Diese Vielfalt möchten wir erhalten und stärken, weil unterschiedliche Angebote den unterschiedlichen Interessen und Talenten junger Menschen gerecht werden.
SPD
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Volt
Volt setzt sich für eine planbare, über mehrere Jahre verlässliche Finanzierungsstruktur für Kommunen ein. Dazu gehören zweckgebundene Mittel für Demokratie-, Transparenz- und Beteiligungsprojekte. Für die Kultur im Speziellen wollen wir den MV-Schutzfonds Kultur wiederbeleben. Kulturschaffende, auch jene, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sollen in Krisenzeiten nicht von einem Tag auf den anderen ohne Grundlage dastehen. Zudem setzten wir uns für ein starkes Kulturfördergesetz ein.
BSW
Kulturelle Bildung muss zu einem verlässlichen Bestandteil des Schulalltags und des Ganztags werden. Einzelne Projekttage können wertvolle Impulse geben, ersetzen aber keine kontinuierliche Zusammenarbeit. Schulen sollen deshalb feste Kooperationsbudgets erhalten, mit denen sie längerfristige Vereinbarungen mit Musikschulen, Theatern, Museen, Bibliotheken, Jugendkunstschulen, Vereinen, Medienwerkstätten und freien Kulturschaffenden abschließen können.
Die außerschulischen Partner müssen für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Kooperationen dürfen nicht davon abhängen, dass Kulturschaffende unbezahlt oder zu nicht auskömmlichen Honoraren arbeiten. Schulen benötigen zugleich feste Ansprechpartner und ausreichend Zeit für die Zusammenarbeit.
Für das BSW gehört kulturelle Bildung unmittelbar zur Bildungsgerechtigkeit. Sie ermöglicht Kindern und Jugendlichen Erfahrungen, die über das eigene Elternhaus, das soziale Milieu und den vertrauten Habitus hinausreichen. Sie erweitert den Horizont, stärkt Ausdrucksfähigkeit, Kreativität und Selbstvertrauen und kann dadurch soziale Mobilität fördern.
Kulturelle Bildung ist weit mehr als Freizeitgestaltung. Sie hilft jungen Menschen, ihre Umwelt zu verstehen, eigene Positionen zu entwickeln und die Gesellschaft mitzugestalten. Damit besitzt sie einen emanzipatorischen Charakter und ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Bildung.
Bündnis 90/Die Grünen
Ganztagsschulen sollen Lern- und Lebensorte sein, an denen Kinder und Jugendliche mit allen Sinnen erkunden, ausprobieren, kreativ sein können, wo neue Bildungshorizonte und Lernwege eröffnet werden und Kompetenzen aufgebaut werden. Allen Kindern und Jugendlichen sollten diese Erfahrungsräume und Teilhabemöglichkeiten eröffnet werden. Kulturelle Bildung ist Entwicklungsmotor für die Kinder und Jugendlichen und auch die für die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen. Daher setzen wir uns für eine starke strukturelle Verankerung kultureller Angebote in Schule ein. Die Projektarbeit von außerschulischen Trägern im direkten Lernplankontext wollen wir stärken. Gerade externe Projekt- und Workshopleiter*innen, Medienschaffende und Künstler*innen bringen neue Perspektiven auf Problemstellungen und Erkenntnisprozesse mit und fördern so ganzheitliches Lernen. Daher sollten sie Kooperationsmittel aufgestockt werden. Außerdem sollte mehr Öffentlichkeit geschaffen werden für die Projekte, die durch Jugendkunst-, Musik und Medienschulen und andere außerschulische Träger der kulturellen Bildung entwickelt werden. Zusätzlich sollten ausgewählte Projekte verstärkt in Lehrerfortbildungen vermittelt werden. Gleichzeitig sollen schon bei Planungen von Neubau von Schulen auch außerschulische Kultur- und Bildungsangebote mitgedacht werden.
CDU
Kulturelle Bildung ist für uns ein fester Bestandteil guter Allgemeinbildung und gehört in den Schulalltag. Sie ist in allen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern im Lehrplan integriert. Des Weiteren haben die Schulen die Möglichkeit, im Rahmen des Ganztagsunterricht weitere kulturelle Angebote anzubieten. Wir setzen dabei auf Vertrauen statt auf zentrale Vorgaben. Schulen sollen weiterhin in der Lage sein, selbst für die Schule und die Schülerinnen und Schüler passende Kooperationen mit Kulturträgern, Vereinen, Musik- und Jugendkunstschulen oder weiteren außerschulischen Partnern aufzubauen. Damit solche Kooperationen dauerhaft gelingen, brauchen Schulen ausreichende personelle Ressourcen und weiterhin ein eigenes Budget, mit dem sie Angebote unbürokratisch finanzieren können. Gleichzeitig wollen wir die Schulen von Verwaltungsaufgaben entlasten, damit Schulleitungen und Lehrkräfte mehr Zeit für die Entwicklung und Pflege solcher Partnerschaften haben. Unsere Ziele sind langfristige und verlässliche Kooperationen, die den Schulalltag bereichern und kulturelle Bildung für alle Schülerinnen und Schüler erlebbar machen.
Die Linke
Kulturelle Bildung muss allen Kindern und Jugendlichen offenstehen. Für Die Linke gehört deshalb kulturelle Bildung selbstverständlich zu einer guten Schule. Sie fördert Kreativität, stärkt soziale Kompetenzen, eröffnet neue Lernwege und trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihre Talente entdecken und entwickeln können.
Deshalb wollen wir kulturelle Bildung in Kita, Schule und Ganztag weiter stärken. Dabei setzen wir ausdrücklich auf die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Musikschulen, Jugendkunstschulen, Bibliotheken, Theater, Museen, Medienwerkstätten, Vereine und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit verfügen über wertvolle pädagogische und künstlerische Kompetenzen, die den Unterricht sinnvoll ergänzen. Diese Kooperationen brauchen langfristige finanzielle und organisatorische Sicherheit.
Die kulturpolitischen Leitlinien des Landes benennen hierfür bereits wichtige Handlungsfelder: die Verstetigung kultureller Bildungsarbeit an Schulen durch Kulturvermittler:innen, langfristige Bildungspartnerschaften zwischen schulischer und außerschulischer Bildung, den Ausbau kultureller Ganztagsangebote, die stärkere Verankerung kultureller Bildung in Lehrplänen sowie in der Aus- und Fortbildung pädagogischer Fachkräfte. Diese Ziele unterstützen wir ausdrücklich und wollen sie konsequent weiter umsetzen.
Auch digitale und medienpädagogische Kompetenzen gehören heute selbstverständlich zur kulturellen Bildung. Deshalb wollen wir das Medienpädagogische Zentrum personell stärken und die Zusammenarbeit mit Medienwerkstätten sowie außerschulischen Lernorten weiter ausbauen. Kulturelle Bildung umfasst für uns ausdrücklich auch Film, Medien, digitale Gestaltung und kulturelle Ausdrucksformen im digitalen Raum.
FDP
Wir möchten Schulen mehr organisatorische, pädagogische und finanzielle Gestaltungsspielräume geben, damit sie kulturelle Bildung entsprechend ihrer jeweiligen Schwerpunkte und regionalen Möglichkeiten in den Schulalltag integrieren können. Kulturelle Bildung bereichert damit den schulischen Unterricht auf wertvolle Weise. Für uns ist entscheidend, dass Schulen einfacher mit außerschulischen Partnern zusammenarbeiten können. Musik-, Jugendkunstschulen, Bibliotheken,
Medienwerkstätten, Vereine, Theater, Museen oder Kulturinitiativen bringen wertvolle Erfahrungen mit, von denen junge Menschen auf vielfältige Art profitieren. Kooperationen dürfen nicht an Zuständigkeiten oder Bürokratie scheitern. Deshalb wollen wir Verwaltungsverfahren vereinfachen und Schulen größere
Freiheiten bei der Zusammenarbeit mit externen Partnern einräumen. Gleichzeitig setzen wir auf praxisnahe Bildungsangebote, Projektarbeit und freiwillige Wahlpflichtformate, die kulturelle Bildung sinnvoll mit anderen Bildungsbereichen wie Medienbildung, Demokratiebildung oder MINT verbinden. Damit stärken wir die Eigenverantwortung der Schulen und eröffnen jungen Menschen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.
SPD
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Volt
Wir wollen Schule grundsätzlich lebensnaher und praxisorientierter gestalten. Das erreichen wir durch verbindliche Praxismodule in allen Schulformen und systematisch verankerte Kooperationen mit externen Akteuren wie Vereinen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft. Die Module beinhalten Exkursionen, Projektarbeit und Mentoring-Programme. Außerdem ermöglicht der Erhalt der Ganztagsschule den zeitlichen Raum, den außerschulische Partner brauchen, um regelmäßig in den Schulalltag eingebunden zu werden. Diese Strukturen sind bewusst so offen gehalten, dass Kulturvereine, Jugendzentren und Medienwerkstätten sich dort einbringen
können.
BSW
Nichtkommerzielle Kulturräume sind ein wichtiger Bestandteil der sozialen und kulturellen Infrastruktur. Soziokulturelle Zentren, Jugendkulturhäuser, Proberäume, offene Werkstätten und selbstverwaltete Treffpunkte schaffen Orte für Begegnung, Kreativität und gesellschaftliche Beteiligung. Gerade in kleineren Städten und Gemeinden gehören sie häufig zu den wenigen Räumen, in denen junge Menschen eigene Ideen verwirklichen können.
Das BSW will deshalb ein Landesprogramm zum Erhalt und zur Entwicklung solcher Einrichtungen. Förderfähig müssen neben Bau und Sanierung auch Barrierefreiheit, Brandschutz, Mieten, Betriebskosten und eine angemessene personelle Ausstattung sein. Es reicht nicht, ein Gebäude herzurichten, wenn anschließend das Geld für den laufenden Betrieb fehlt.
Ungenutzte öffentliche Gebäude können gemeinnützigen Trägern zu langfristig verlässlichen Bedingungen überlassen werden. Die Kommunen benötigen dabei finanzielle Unterstützung des Landes. Bestehende Einrichtungen, die seit Jahren erfolgreiche Arbeit leisten, brauchen Vorrang und Planungssicherheit.
Auch nichtkommerzielle Kulturräume werden häufig den freiwilligen kommunalen Aufgaben zugerechnet. Für eine demokratische Gesellschaft sind sie dennoch unverzichtbar. Sie ermöglichen Austausch über soziale und kulturelle Grenzen hinweg und geben jungen Menschen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und ihre Interessen selbst zu vertreten.
Bündnis 90/Die Grünen
Für uns ist Kultur kein Luxus, sondern das, was unser Land und Leben lebendig macht. Kultur lässt Orte aufblühen, bringt Menschen zusammen und gibt Ideen eine Bühne. Wir kämpfen für ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem Kreativität sichtbar ist, Vielfalt hörbar wird und jede Region Zugang zu Kunst und Kultur hat. Das gibt Halt, neue Impulse und schafft Lebensqualität für alle Generationen. Das haben wir im Wahlprogramm so festgeschrieben und untersetzt mit der Forderung der verlässlichen Förderung durch ein Kulturgesetz. Konkret für soziokulturelle Begegnungs- und Bildungsorte fordern wir in unserem Wahlprogramm eine institutionelle Förderung aufzulegen, damit die Einrichtungen erhalten bleiben und unabhängig und frei wirken können. Wir wollen außerdem die soziokulturellen Zentren mit einen Eigenmittel- und Liquiditätsfonds zur Unterstützung der Einwerbung von Fördermitteln unterstützen.
CDU
Die CDU sieht soziokulturelle Zentren als unverzichtbare Orte der Begegnung, kulturellen Teilhabe und Identitätsstiftung, gerade im ländlichen Raum, wo kommerzielle Angebote oft fehlen. Wir wollen bestehende Förderprogramme des Landes zur Sanierung und zum Betrieb solcher Räume gezielt stärken und Kommunen dabei unterstützen, freie Träger als Betreiber einzubinden, statt Häuser leerstehen zu lassen. Auch bei der Bauleitplanung und in der kommunalen Liegenschaftspolitik wollen wir dafür sensibilisieren, dass nicht-kommerzielle Kulturräume als Standortfaktor und nicht als verzichtbare Nebensache behandelt werden.
Die Linke
Nicht-kommerzielle Kulturräume sind unverzichtbare Orte der Begegnung, der kulturellen Bildung und der demokratischen Teilhabe. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen, Kultur nicht nur zu konsumieren, sondern selbst kreativ zu werden, Verantwortung zu übernehmen und Gemeinschaft zu erleben.
Für Die Linke gehört diese Infrastruktur zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb wollen wir ihre Arbeit dauerhaft absichern. Unser Ziel sind verlässliche, mehrjährige Förderstrukturen statt überwiegend kurzfristiger Projektförderungen. Einrichtungen benötigen Planungssicherheit für Personal, Programmplanung und Kooperationen.
Wir setzen uns außerdem für transparente und deutlich unbürokratischere Förderverfahren ein. Gerade kleinere Vereine und soziokulturelle Zentren wenden heute erhebliche personelle Ressourcen für Antragstellung und Verwendungsnachweise auf. Diese Zeit fehlt für die eigentliche kulturelle Arbeit. Förderverfahren müssen einfacher, digitaler und stärker an den tatsächlichen Arbeitsbedingungen gemeinnütziger Träger ausgerichtet werden.
Nicht-kommerzielle Kulturräume sind zugleich wichtige Partner der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Sie kooperieren mit Schulen, Jugendzentren, Kitas und Vereinen und schaffen niedrigschwellige Angebote für junge Menschen. Diese Netzwerke möchten wir weiter ausbauen und langfristig sichern.
Gute Kulturpolitik bedeutet für uns aber auch gute Arbeitsbedingungen. Künstler:innen, Kulturpädagog:innen und Honorarkräfte leisten hochqualifizierte Arbeit. Deshalb setzen wir uns für verbindliche Mindest- und Basishonorare, die Vergütung von Vor- und Nachbereitungszeiten sowie eine bessere soziale Absicherung ein.
FDP
Nicht-kommerzielle Kulturräume leisten einen wichtigen Beitrag für unser Miteinander. Sie ermöglichen Begegnung, Kreativität, Engagement und Teilhabe unabhängig vom Einkommen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind sie häufig Orte, an denen sie eigene Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen können. Wir setzen dabei vor allem auf gute Rahmenbedingungen. Bestehende öffentliche Gebäude wie Schulen, Bibliotheken oder kommunale Einrichtungen sollen außerhalb ihrer regulären Nutzung möglichst unkompliziert auch kulturellen Initiativen und Vereinen offenstehen. Gleichzeitig wollen wir Genehmigungs- und Förderverfahren vereinfachen und unnötige bürokratische Hürden abbauen. Kulturelles Engagement entsteht vor Ort. Deshalb vertrauen wir auf die Kompetenz der Kommunen, Vereine und Initiativen. Das Land sollte diese Arbeit unterstützen, indem es verlässliche Rahmenbedingungen schafft, kommunale Gestaltungsspielräume stärkt und unnötige Belastungen abbaut. Unser Ziel ist eine lebendige Kulturlandschaft in allen Regionen Mecklenburg- Vorpommerns.
SPD
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Volt
Nicht-kommerzielle Kulturräume sind unverzichtbare Drittorte. Um sie zu erhalten, brauchen Träger Planungssicherheit. Kommunale Immobilien und Zwischennutzungen sollen verstärkt für kulturelle Initiativen geöffnet werden. Bei Stadtentwicklungsprojekten sollen Kultur- und Begegnungsorte frühzeitig mitgedacht und vor Verdrängung durch steigende Mieten geschützt werden. Soziokulturelle Zentren, Jugendkulturhäuser, offene Werkstätten und andere gemeinwohlorientierte Kulturorte fördern Zusammenhalt und Teilhabe und ermöglichen kulturelle Vielfalt unabhängig von Einkommen oder Herkunft. Dadurch werden Drittorte zum Bestandteil einer lebendigen, demokratischen Gesellschaft. Insbesondere junge Menschen, ehrenamtliches Engagement sowie lokale Künstler:innen und Kreative sind dabei zu unterstützen.
BSW
Das BSW Mecklenburg-Vorpommern spricht sich in seinem Wahlprogramm für die Stärkung freier Kulturinitiativen, regionaler Kulturprojekte und einer verlässlichen Kulturförderung aus. Vor diesem Hintergrund sehen wir in Jugendjury-Formaten eine sinnvolle Möglichkeit, junge Menschen stärker an kulturellen Entscheidungsprozessen zu beteiligen und eigenverantwortliches Engagement zu fördern.
Wir unterstützen deshalb die Einrichtung eines Landesbudgets, über dessen Vergabe junge Menschen in Jugendjurys selbst entscheiden. Das Verfahren sollte niedrigschwellig gestaltet werden, damit auch kleine und erstmals aktive Jugendgruppen eigene Projekte einreichen können. Die Antragstellung darf keine besonderen Verwaltungserfahrungen voraussetzen.
Bei der Zusammensetzung der Jurys müssen unterschiedliche Regionen, soziale Lebenslagen und kulturelle Interessen berücksichtigt werden. Die jungen Jurymitglieder sollen fachlich begleitet werden, ihre Entscheidungen innerhalb transparenter Kriterien aber eigenständig treffen.
Ein solches Budget sollte zunächst regional erprobt, ausgewertet und anschließend dauerhaft verankert werden. Jugendjury-Formate dürfen die reguläre Kulturförderung nicht ersetzen. Sie sollen zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten schaffen und jungen Menschen praktische Erfahrungen mit Beteiligung, Verantwortung und demokratischen Entscheidungsprozessen ermöglichen.
Bündnis 90/Die Grünen
Jugendkultur sollte viel stärker in den Fokus der Kulturentwicklung und -politik rücken. In unserem Wahlprogramm haben wir die Bildung von Kinder- und Jugendbeiräten zu allen politisch relevanten Fragestellungen festgeschrieben.
CDU
Die CDU steht der Beteiligung junger Menschen an kulturpolitischen Entscheidungen grundsätzlich positiv gegenüber, denn wer selbst mitentscheidet, identifiziert sich stärker mit den Ergebnissen. Wir werden im parlamentarischen Verfahren prüfen, wie ein Jugendjury-Format sinnvoll in bestehende Förderstrukturen integriert werden kann, ohne zusätzliche bürokratische Doppelstrukturen zu schaffen. Ziel wäre ein überschaubares, transparentes Budget, das jungen Menschen echte Entscheidungsmacht über eigene Kulturprojekte gibt und zugleich die ordnungsgemäße Mittelverwendung sicherstellt.
Die Linke
Ja. Die Linke unterstützt ausdrücklich die Einführung eines landesweiten Jugendkulturfonds mit Jugendjury. Kinder und Jugendliche sollen nicht nur Zielgruppe kultureller Angebote sein, sondern Kultur aktiv mitgestalten und über Projekte, die sie selbst betreffen, mitentscheiden können. Echte Beteiligung bedeutet für uns, Verantwortung zu übertragen und jungen Menschen Vertrauen entgegenzubringen.
Jugendjurys bieten die Möglichkeit, demokratische Entscheidungsprozesse unmittelbar zu erleben. Junge Menschen lernen, Projekte zu bewerten, Prioritäten abzuwägen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für öffentliche Mittel zu übernehmen. Gleichzeitig entstehen dadurch Kulturprojekte, die sich stärker an den Interessen und Lebenswelten junger Menschen orientieren.
Ein Jugendkulturfonds mit Jugendjury könnte insbesondere kleinere Projekte unkompliziert fördern – beispielsweise Festivals, Theaterprojekte, Graffiti- und Street-Art-Projekte, Film- und Medienprojekte, Musikveranstaltungen oder kreative Aktionen im öffentlichen Raum. Dabei sollte die Antragstellung möglichst niedrigschwellig erfolgen und durch fachliche Beratung begleitet werden, ohne die Entscheidungskompetenz der Jugendlichen einzuschränken.
FDP
Junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, ihre Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Beteiligung stärkt demokratische Kompetenzen und zeigt, dass Engagement Wirkung entfalten kann. Deshalb stehen wir Formaten offen gegenüber, die jungen Menschen Mitgestaltung ermöglichen. Ob ein eigenes Jugendjury-Budget auf Landesebene der richtige Weg ist, sollte jedoch geprüft werden. Aus unserer Sicht kommt es weniger auf die Schaffung neuer Fördertöpfe an als darauf, bestehende Mittel wirksam, transparent und unbürokratisch einzusetzen. Wir als FDP unterstützen deshalb Modelle, die jungen Menschen echte Entscheidungsspielräume eröffnen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen. Beteiligung darf kein Selbstzweck sein, sondern sollte dauerhaft in die Kinder- und Jugendpolitik des Landes eingebunden werden.
SPD
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Volt
Volt unterstützt ein Budget für Jugendjury-Formate, bei denen junge Menschen selbst über die Förderung von Kulturprojekten entscheiden. So stärken wir demokratische Teilhabe, Eigenverantwortung und die kulturelle Vielfalt. Wichtig sind transparente, inklusive und niedrigschwellige Verfahren, damit alle jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Voraussetzungen mitwirken können.
BSW
Kulturelle Teilhabe darf nicht davon abhängen, ob Eltern ein Auto besitzen oder junge Menschen in einer größeren Stadt wohnen. In vielen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns bestehen kulturelle Angebote, sie sind am Nachmittag, am Abend oder am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch kaum erreichbar.
Das BSW will deshalb flexible Angebote wie Rufbusse, Anrufsammeltaxis und bedarfsgesteuerte Kleinbusse ausbauen. Diese müssen auch abends und an Wochenenden verfügbar sein. Eine Buchung darf nicht ausschließlich über eine App möglich sein, sondern muss auch telefonisch erfolgen können.
Für Kinder und Jugendliche wollen wir Modelle prüfen, bei denen der Besuch kultureller Veranstaltungen mit einer Fahrkarte oder einem geförderten Shuttle verbunden wird. Auch Fahrtkosten von Jugendgruppen, Schulen und gemeinnützigen Trägern sollen stärker förderfähig werden.
Gleichzeitig müssen kulturelle Angebote selbst mobiler werden. Fahrbibliotheken, Medienmobile, Kulturmobile, Wanderausstellungen sowie aufsuchende Musik-, Theater- und Kunstangebote können Orte erreichen, an denen keine dauerhafte Einrichtung besteht. Eine wirksame Strategie muss deshalb bessere Mobilität zu bestehenden Einrichtungen und mehr mobile Angebote miteinander verbinden.
Bündnis 90/Die Grünen
Mobilitätsangebote sind eines der wichtigsten Fragestellungen, gerade für Kinder und Jugendliche und damit eines der wichtigsten Teilhabekriterien. Wir fordern deshalb im Wahlprogramm ein Konzept für den ländlichen Raum, der Pendler*innen, Schüler*innen und Tourist*innen gute Anschlüsse sichert: u.a. durch gut aufeinander abgestimmten Bus- und Bahnfahrplänen, Regiobusse, die schnelle Verbindungen über längere Strecken schaffen und Regionen besser anbinden und Rufbussen, die dort eingesetzt werden, wo ein regulärer Linienverkehr die letzte Meile nicht erreicht. Außerdem wollen wir durch die kooperative Zusammenarbeit von Land und Kommunen gute abgestimmte Verbindungen der verschiedenen Angebote schaffen. Wir setzen uns auch für Bezahlbarkeit insbesondere für junge Menschen ein und fordern, das Deutschlandticket für Menschen unter 27 Jahren kostenfrei zu stellen.
CDU
Für die CDU Mecklenburg-Vorpommern endet Teilhabe nicht an der Stadtgrenze. Wir bekennen uns dazu, dass die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land verfassungsrechtlich geboten ist. Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, gemeinsam mit anderen Flächenbundesländern ein Bundesgesetz für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum auf den Weg zu bringen, mit dem Förderinstrumente und die Verteilung von Fördermitteln unter anderem für Infrastruktur und Mobilität anhand von Indikatorensystemen konsequent an den Gleichwertigkeitszielen ausgerichtet und verbindlich geregelt werden.
Um das strukturelle Defizit in der kulturellen Teilhabe junger Menschen zu beheben, setzen wir auf verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität, insbesondere auf einen umfassenden Ausbau von Verkehrsangeboten, einschließlich ÖPNV, SPNV, Rufbus, digitalen Mobilitätslösungen sowie der Straßen- und Fahrradwegeinfrastruktur. Dabei werden wir eine landesweite Mobilitätsstrategie entwickeln, die eine klare politische Steuerung vorsieht, um Synergien zwischen Straßen-, Schienen- und Nahverkehr besser zu nutzen. Bestandteil dieser landesweiten Mobilitätsstrategie wird sein, die Potenziale des autonomen Fahrens, mit denen perspektivisch insbesondere für junge Menschen erhebliche Erleichterungen bei der individuellen Mobilität möglich sein werden, für Mecklenburg-Vorpommern so rasch wie möglich zu realisieren.
Bis dahin wollen wir die Rufbus-Garantie mit fairer Finanzierung und einer verlässlichen Anbindung jedes Dorfes absichern, während wir gleichzeitig das „Haltepunkt-Sterben“ stoppen. Zudem prüfen wir Modelle wie den Bürgerbus oder das Azubi-Mobil, die sich in anderen Bundesländern bereits bewährt haben.
Wir wollen kulturelle Mobilität in der Fläche durch „Kultur-Shuttles“, gezielte Kooperationen mit Landkreisen sowie digitale Angebote sichern. Ergänzend setzen wir auf Pilotprojekte und Modellregionen für nachhaltige Mobilität, um neue Verkehrsformen für junge Menschen im ländlichen Raum erlebbar und praktikabel zu machen.
Um die Erreichbarkeit von Ausbildungs- und Kulturorten zu verbessern, schaffen wir für Auszubildende eine Wahlmöglichkeit: Entweder ein Gratis-Ticket für Bus und Bahn für die Dauer der Ausbildung oder einen Zuschuss zum Führerschein. Zudem wollen wir ein vergünstigtes Deutschlandticket für junge Menschen bis 27 Jahre nach dem Vorbild des Seniorentickets umsetzen.
Mit einem Landesprogramm „Führerschein und Ehrenamt“ wollen wir junge, ehrenamtlich engagierte Menschen mit einem Zuschuss von bis zu 2.000 Euro für den Führerschein (Klasse B) sowie zinsgünstigen Darlehen von bis zu 4.000 Euro unterstützen, um Mobilität und gesellschaftliche Verantwortung zu stärken.
Da Teilhabe auch von der Verfügbarkeit vor Ort abhängt, werden wir die kulturelle Bildung flächendeckend und verlässlich über Musikschulen, Bibliotheken, Jugendkunstschulen und soziokulturelle Zentren fördern. Kooperationen zwischen Kultur und Schule etablieren wir dabei als dauerhafte Angebote.
Die Linke
Kulturelle Teilhabe scheitert in Mecklenburg-Vorpommern häufig nicht am fehlenden Interesse, sondern an fehlender Mobilität. Gerade im ländlichen Raum können Kinder und Jugendliche viele kulturelle Angebote schlicht nicht erreichen, weil Busse selten fahren oder am Abend und am Wochenende keine Verbindungen bestehen. Das betrifft den Besuch von Musikschulen, Jugendkunstschulen, Bibliotheken, soziokulturellen Zentren oder Kulturveranstaltungen gleichermaßen.
Die Linke setzt sich deshalb für einen deutlichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Mobilität ist für uns Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land.
Wir wollen On-Demand-Verkehre wie Rufbsse und Rufshuttles flächendeckend ausbauen und dauerhaft finanzieren. Solche flexiblen Angebote können dort, wo ein klassischer Linienverkehr wirtschaftlich kaum möglich ist, Mobilität deutlich verbessern. Gleichzeitig setzen wir uns für bessere Taktungen sowie verlässliche Abend- und Wochenendverbindungen ein. Kulturelle Teilhabe endet schließlich nicht um 18 Uhr. Darüber hinaus wollen wir das landesweite Azubi- und Freizeittcket perspektivisch zu einem attraktiven Mobilitätsangebot für alle jungen Menschen weiterentwickeln.
Neben der Mobilität der jungen Menschen möchten wir auch kulturelle Angebote selbst stärker in die Fläche bringen. Mobile Jugendkunstschulen, Bibliotheksangebote, Theaterprojekte, Medienwerkstätten oder Musikangebote können insbesondere kleinere Gemeinden erreichen und kulturelle Bildung direkt vor Ort ermöglichen. Digitale Angebote können diese Arbeit sinnvoll ergänzen, ersetzen aber nicht die persönliche Begegnung.
FDP
Gerade im ländlichen Raum entscheidet Mobilität häufig darüber, ob Kinder und Jugendliche Angebote überhaupt wahrnehmen können. Wer keine Möglichkeit hat, Veranstaltungen oder Einrichtungen zu erreichen, bleibt von vielen Angeboten ausgeschlossen. Wir Freie Demokraten wollen den öffentlichen Nahverkehr stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausrichten. Dazu gehören flexible On-Demand-Angebote, digitale Buchungsmöglichkeiten sowie eine bessere Vernetzung verschiedener Verkehrsträger. Gerade in dünn besiedelten Regionen brauchen wir bedarfsgerechte Lösungen. Darüber hinaus möchten wir die Digitalisierung nutzen, um Mobilitätsangebote einfacher zugänglich zu machen und kommunale Angebote besser miteinander zu verknüpfen. Kultur, Bildung und Mobilität dürfen nicht getrennt gedacht werden. Unser Ziel ist es, dass junge Menschen unabhängig von ihrem Wohnort die gleichen Chancen auf kulturelle Teilhabe erhalten.
SPD
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Volt
Wir fordern kostenlosen ÖPNV für Schüler:innen, Auszubildende, Studierende und Freiwilligendienst-Leistende. Rufbus- und On-Demand-Systeme muss das Land dort unterstützen, wo klassische Linienverkehre unwirtschaftlich sind. Landesweite Mindeststandards für Taktung und Anschlusssicherheit sowie eine einheitliche digitale Buchungsplattform sind für uns elementar. Als Pilotprojekt für ländliche Mobilität befürworten wir ein autonomes, bedarfsgerechtes E- Shuttle-Netz in Fischland-Darß-Zingst, dessen Konzept später landesweit übertragen werden soll. Diese Infrastruktur kommt kultureller Teilhabe direkt zugute.
BSW
Das BSW Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für eine Kulturpolitik ein, die allen Menschen kulturelle Teilhabe ermöglicht. Deshalb wollen wir freie Kulturinitiativen und regionale Kulturangebote stärken und eine verlässliche öffentliche Kulturförderung sicherstellen.
Gerade Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen benötigen einen guten Zugang zu kultureller Bildung. Deshalb unterstützen wir wohnortnahe, kostenfreie oder deutlich ermäßigte Angebote sowie eine enge Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen, Schulen, Kindertagesstätten und der Kinder- und Jugendarbeit. Solche Kooperationen erreichen junge Menschen unabhängig davon, ob ihre Familien bereits Kontakte zu kulturellen Einrichtungen haben.
Kulturelle Bildung eröffnet Erfahrungen, die jungen Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft sonst möglicherweise verschlossen bleiben. Sie erweitert den Blick über das eigene Milieu und den eigenen Habitus hinaus, stärkt Selbstwirksamkeit und Ausdrucksfähigkeit und trägt damit zu Bildungsgerechtigkeit und sozialer Mobilität bei.
Langfristig gesicherte Einrichtungen und freie Kulturinitiativen sind die Voraussetzung für kontinuierliche und qualitativ hochwertige Angebote. Gerade im ländlichen Raum können Fahrbibliotheken und mobile Kulturangebote Entfernungen und infrastrukturelle Nachteile ausgleichen.
Zugleich müssen finanzielle, räumliche, sprachliche und bauliche Barrieren abgebaut werden. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie mit Flucht- oder Migrationserfahrungen sollen gleichberechtigt teilhaben können. Dazu gehören barrierefreie Räume, verständliche Informationen, kultursensible Angebote und eine enge Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und Jugendhilfe.
Bündnis 90/Die Grünen
Kulturelle Bildung in der Ganztagsschule ist ein Entwicklungsmotor für die Kinder und Jugendlichen aller sozialen Schichten und auch die für die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen. Daher setzen wir uns für eine starke strukturelle Verankerung kultureller Angebote in Schule und im Ganztagsbereich ein. Die Projektarbeit von außerschulischen Trägern im direkten Lernplankontext wollen wir stärken und die Verantwortungspartnerschaften zwischen Schule und außerschulischem Träger verbindlich und langfristig festschreiben. Aber auch die außerschulischen Lernorte wollen wir stärken. Exemplarisch seien hier die Bibliotheken als kulturelle und Orte der Begegnung genannt, die insbesondere für Kinder und Jugendliche oft der erste Zugang zu Kunst und Kultur sind. Wir wollen sie stärken und länger öffnen und dabei unterstützen, ihr Dienstleistungsangebot um interaktive und soziokulturelle Angebote zur Förderung der Lese- und Medienkompetenz sowie der kulturellen Bildung zu erweitern.
CDU
Kulturelle Bildung darf nicht vom Geldbeutel oder der Herkunft der Familie abhängen. Die CDU setzt sich für niedrigschwellige und ermäßigte Angebote ein und will gezielt Träger fördern, die bereits heute erfolgreich benachteiligte Zielgruppen erreichen, etwa über aufsuchende Arbeit oder Kooperationen mit Schulen in sozialen Brennpunkten. Zudem setzen wir darauf, für benachteiligte Kinder und Jugendliche vorhandene Unterstützungsinstrumente besser zugänglich zu machen und bei Bedarf auszubauen. Um Barrieren für junge Menschen mit Behinderungen zu vermeiden, streben wir an, dass eine gezielte Barrierefreiheit, räumlich wie inhaltlich, von Anfang an mitgedacht, statt nachträglich ergänzt wird.
Die Linke
Kulturelle Bildung muss allen jungen Menschen offenstehen. Noch immer entscheiden jedoch häufig Einkommen, Herkunft, Wohnort oder eine Behinderung darüber, ob Kinder und Jugendliche kulturelle Angebote wahrnehmen können. Diese Ungleichheiten wollen wir konsequent abbauen.
Für Die Linke beginnt Chancengleichheit damit, finanzielle Hürden zu beseitigen. Deshalb wollen wir kulturelle Bildungsangebote möglichst niedrigschwellig gestalten und Kommunen dabei unterstützen, auch kostenfreie oder stark vergünstigte Angebote bereitzustellen.
Ebenso wichtig ist Barrierefreiheit. Gebäude, Veranstaltungsorte und digitale Angebote müssen so gestaltet sein, dass sie von allen jungen Menschen genutzt werden können. Dazu gehören bauliche Barrierefreiheit ebenso wie Leichte Sprache, Gebärdensprachdolmetschung oder inklusive pädagogische Konzepte.
Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Migrationserfahrung bringen vielfältige kulturelle Erfahrungen und Perspektiven mit. Diese Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass kulturelle Bildung unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen sichtbar macht, Mehrsprachigkeit wertschätzt und interkulturelle Begegnungen fördert. Kulturelle Einrichtungen sollen Orte sein, an denen sich alle jungen Menschen willkommen fühlen.
Gleichzeitig braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe, Kulturträgern und Sozialarbeit. Gerade Kinder in schwierigen Lebenslagen profitieren davon, wenn Angebote miteinander vernetzt sind.
FDP
Für uns Freie Demokraten bedeutet Chancengerechtigkeit, dass jedes Kind die Möglichkeit haben soll, seine Talente zu entdecken und zu entfalten und das unabhängig von Herkunft, Einkommen, Behinderung oder Lebenssituation. Deshalb setzen wir uns für niedrigschwellige, barrierearme und wohnortnahe Angebote ein. Schulen, Kommunen, Vereine und freie Träger sollten dabei zusammenarbeiten, um junge Menschen frühzeitig zu erreichen und Zugangsbarrieren abzubauen. Digitale sowie mobile Angebote können dabei eine sinnvolle Ergänzung sein, insbesondere dort, wo Entfernungen groß sind. Inklusion verstehen wir als selbstverständlichen Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Kulturelle Bildung bietet hervorragende Möglichkeiten, Begegnungen zu schaffen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Stärken sichtbar zu machen. Deshalb möchten wir bestehende Angebote weiter öffnen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Träger erleichtern. Gleichzeitig setzen wir auf die Vielfalt der Bildungslandschaft. Unterschiedliche Träger und Angebote ermöglichen passgenaue Lösungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse junger Menschen. Diese Vielfalt möchten wir erhalten und durch weniger Bürokratie sowie verlässliche Rahmenbedingungen stärken.
SPD
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Volt
Inklusion ist für Volt ein Grundprinzip. Deshalb sollen Kultur- und Bildungseinrichtungen barrierefrei gestaltet und Angebote gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt werden, um möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. Mehrsprachige Informationen, inklusive Formate sowie die Zusammenarbeit mit Migrant:innenselbstorganisationen, Selbstvertretungen von Menschen mit Behinderungen und lokalen Initiativen sollen dazu beitragen.
BSW
Kulturförderung muss die Vielfalt der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern widerspiegeln. Dazu gehören unterschiedliche Generationen, soziale Lebenslagen, regionale Traditionen, Menschen mit Behinderungen, zugewanderte Menschen und verschiedene künstlerische Ausdrucksformen.
Förderentscheidungen müssen auf transparenten und nachvollziehbaren Kriterien beruhen. Über die Vergabe sollen fachlich qualifizierte und plural zusammengesetzte Gremien entscheiden. Ländliche Regionen, die freie Kulturszene, Jugendkultur und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen müssen angemessen berücksichtigt werden.
Kulturförderung darf sich nicht auf große Einrichtungen und städtische Zentren beschränken. Auch kleine Vereine, lokale Initiativen, Jugendgruppen und neue kulturelle Formate benötigen Zugang zu öffentlichen Mitteln. Dafür braucht es kleinere Fördertöpfe mit einfachen Antragsverfahren.
Für das BSW gehören Kunstfreiheit und kulturelle Vielfalt zusammen. Staatliche Förderung darf nicht von politischer Anpassung oder weltanschaulichen Loyalitätserklärungen abhängig gemacht werden. Entscheidend sind die künstlerische und pädagogische Qualität, die Zugänglichkeit des Angebots und sein Beitrag zum kulturellen Leben im Land.
Auch hier gilt, dass freiwillige Aufgaben von Land und Kommunen nicht mit entbehrlichen Aufgaben gleichgesetzt werden dürfen. Kulturelle Vielfalt stärkt Meinungsfreiheit, gesellschaftlichen Austausch und eine lebendige demokratische Öffentlichkeit.
Bündnis 90/Die Grünen
In unserem Programm haben wir Kultur als Pflichtaufgabe mit einer stabilen Grundversorgung in allen Regionen festgeschrieben. Gleichzeitig erhalten und stärken wir Förderangebote, die kulturelle Vielfalt möglich machen. So sichern wir kulturelle Ausstrahlung, Qualität und gute Arbeitsbedingungen auch über die großen Zentren hinaus.
CDU
Kulturelle Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich für die CDU vor allem in der Breite unserer gewachsenen Kulturlandschaft, von der niederdeutschen Sprache und regionalem Brauchtum über die vielfältige Vereins- und Amateurkultur bis hin zu den kulturellen Eigenheiten von Küstenregionen, Seenplatte und ländlichem Binnenland. Hinzu kommen kulturelle Elemente und Einflüsse von zugewanderten Menschen. Wir wollen, dass Förderentscheidungen diese Bandbreite widerspiegeln und nicht nur etablierte, zentrale Kultureinrichtungen bedienen, sondern auch kleinere, regional verwurzelte und generationenübergreifende Initiativen eine faire Chance erhalten. Besonders am Herzen liegt uns dabei die Stärkung der ehrenamtlichen Kulturarbeit in den entferntesten Orten des ländlichen Raums, die gleichberechtigt neben überregional bekannte Institutionen stehen soll.
Die Linke
Generationen, kulturelle Hintergründe, Lebensentwürfe und Erfahrungen prägen unser Zusammenleben. Diese Vielfalt muss sich auch in der Kulturförderung und der kulturellen Bildung widerspiegeln. Unser Wahlprogramm formuliert deshalb ausdrücklich das Ziel, kulturelle Bildung in Kita, Schule und Erwachsenenbildung zu stärken sowie finanzielle, soziale und bauliche Barrieren abzubauen.
Vielfalt entsteht jedoch nicht allein durch einzelne Projekte. Sie braucht verlässliche Strukturen. Deshalb wollen wir kulturelle Einrichtungen und Träger dabei unterstützen, inklusive und diversitätssensible Konzepte weiterzuentwickeln. Dazu gehören Fortbildungsangebote ebenso wie die Förderung mehrsprachiger Projekte, interkultureller Kooperationen und niedrigschwelliger Angebote in den Sozialräumen. Vielfalt bedeutet für uns, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und ihnen Raum zu geben.
FDP
Mecklenburg-Vorpommern lebt von einer vielfältigen Kulturlandschaft. Diese Vielfalt entsteht vor allem durch das Engagement von Vereinen, Initiativen, Kulturträgern, Ehrenamtlichen und vielen Menschen, die sich vor Ort einbringen. Sie bereichert unser Zusammenleben und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir Freie Demokraten möchten Rahmenbedingungen schaffen, die diese Vielfalt ermöglichen. Förderverfahren sollten transparent, diskriminierungsfrei und offen für unterschiedliche Träger, Projekte und kulturelle Ausdrucksformen sein. Nicht die Landesregierung sollte entscheiden, welche Kultur besonders förderwürdig ist, sondern faire und nachvollziehbare Kriterien sowie die Qualität und gesellschaftliche Wirkung der Projekte.
SPD
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Volt
Volt setzt sich für transparente und diskriminierungsfreie Förderstrukturen ein. Neben etablierten Kulturinstitutionen sollen verstärkt freie Initiativen, migrantische Kulturvereine, soziokulturelle Zentren sowie Projekte von jungen Kulturschaffenden und unterrepräsentierten Gruppen gefördert werden. Förderprogramme sollen so ausgestaltet sein, dass auch kleinere Organisationen und ehrenamtliche Initiativen unkompliziert Zugang zu finanzieller Unterstützung erhalten.
BSW
Viele gemeinnützige Träger arbeiten überwiegend ehrenamtlich. Sie können nicht dieselben Verwaltungsverfahren bewältigen wie große Einrichtungen mit eigenen Fördermittelabteilungen. Die Anforderungen müssen deshalb in einem angemessenen Verhältnis zur Höhe der Förderung stehen.
Für kleinere Förderbeträge wollen wir vereinfachte Anträge, pauschalierte Kostenansätze und kurze Verwendungsnachweise ermöglichen. Wiederkehrende Projekte bewährter Träger sollen mehrjährige Bewilligungen erhalten können. Abschlagszahlungen und eine ausreichende Vorfinanzierung sind notwendig, damit Vereine nicht über Monate mit privaten Mitteln in Vorleistung gehen müssen.
Das Land soll ein einheitliches digitales Förderportal schaffen. Gleichzeitig müssen persönliche und telefonische Beratung erhalten bleiben. Nicht jeder ehrenamtlich geführte Verein verfügt über dieselben digitalen Möglichkeiten.
Bearbeitungsfristen sollen verbindlich und Entscheidungen nachvollziehbar sein. Mehrfachprüfungen durch verschiedene Behörden müssen vermieden werden. Ehrenamtliche Arbeit sollte als Eigenleistung anerkannt werden können. Eine Förderung darf nicht daran scheitern, dass ein kleiner Verein keinen hohen finanziellen Eigenanteil aufbringen kann.
Bündnis 90/Die Grünen
In unserem Wahlprogramm fordern wir auf Basis der kulturpolitischen Leitlinien gemeinsam mit Kulturschaffenden ein Kulturgesetz zu entwickeln, das für verlässliche Förderung, starke Regionen und einen Ausgleich steigender Kosten sorgt.
Wir wollen Kultur als Pflichtaufgabe verankern und eine Grundversorgung in allen Regionen sicherstellen, in Verantwortungspartnerschaften zwischen dem Land MV, den Landkreisen und Kommunen verlässliche , langfristige Regelungen für Träger der kulturellen Bildung festschreiben. Dazu zählen die Musik-, Jugendkunstschulen und Medienbildungsinstitutionen des Landes.
Mit einer institutionellen Förderung der soziokulturellen Begegnungs- und Bildungsorte, wie wir sie fordern, könnten u.a. die Bewilligungszeiträume angehoben werden, was eine erhebliche Entlastung darstellen würde für kulturelle Bildungseinrichtungen und bürokratische Prozesse abgebaut werden.
CDU
Die CDU hat sich wiederholt für schlankere, digitale und trägerfreundliche Förderverfahren ausgesprochen und wird das auch für die Kulturelle Kinder- und Jugendbildung konsequent vorantreiben. Konkret wollen wir Antrags- und Verwendungsnachweisverfahren vereinheitlichen und digitalisieren, einheitliche und großzugigere Bagatellgrenzen für Kleinstförderungen prüfen und Doppelprüfungen zwischen Land und Kommunen abbauen. Unser Ziel ist, dass ehrenamtlich getragene Vereine nicht durch Verwaltungsaufwand von der eigentlichen Arbeit abgehalten werden.
Die Linke
Gemeinnützige Träger der kulturellen Bildung leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig berichten viele Einrichtungen, dass sie einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit für Förderanträge, Zwischenberichte und Verwendungsnachweise aufwenden müssen. Gerade kleinere Vereine verfügen häufig nicht über eigenes Verwaltungspersonal. Die Folge ist, dass Zeit und Ressourcen fehlen, die eigentlich Kindern und Jugendlichen zugutekommen sollten.
Die Linke möchte diese Situation spürbar verbessern. Deshalb setzen wir uns für transparente, digitale und deutlich unbürokratischere Förderverfahren ein. Unser Ziel ist, den Verwaltungsaufwand auf das notwendige Maß zu reduzieren und den Trägern mehr Zeit für ihre eigentliche Bildungsarbeit zu ermöglichen.
Dazu gehören aus unserer Sicht mehrere Maßnahmen: Wir wollen Antragsverfahren vereinfachen, digitale Verfahren weiter ausbauen, einheitliche Standards für Nachweise schaffen und Beratungsangebote für Träger stärken. Insbesondere kleinere Initiativen benötigen verlässliche Ansprechpartner:innen, die sie bei der Antragstellung begleiten.
Entscheidend ist aus unserer Sicht außerdem der Ausbau mehrjähriger Förderungen. Wer jedes Jahr neue Anträge schreiben muss, bindet erhebliche personelle Kapazitäten. Mehrjährige Fördervereinbarungen schaffen dagegen Planungssicherheit und reduzieren Bürokratie deutlich. Gleichzeitig ermöglichen sie eine nachhaltige Personalentwicklung und langfristige Kooperationen mit Schulen und Kommunen.
FDP
Der Abbau von Bürokratie gehört zu den zentralen Anliegen von uns Freien Demokraten. Gemeinnützige Träger berichten immer wieder, dass sie einen erheblichen Teil ihrer Zeit für komplizierte Förderanträge, Verwendungsnachweise und Verwaltungsverfahren aufwenden müssen. Diese Zeit fehlt bei der eigentlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wir wollen Förderverfahren deshalb vereinfachen und digitalisieren. Anträge sollen unkomplizierter werden, Nachweispflichten auf das notwendige Maß reduziert und digitale Verfahren flächendeckend eingeführt werden. Dabei setzen wir auf das Once-Only-Prinzip: Daten, die der Verwaltung bereits vorliegen, sollen nicht mehrfach eingereicht werden müssen.
Darüber hinaus sprechen wir uns für verbindliche Bearbeitungsfristen, klare Zuständigkeiten und eine stärkere Standardisierung der Förderverfahren aus. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die ermöglicht statt verhindert. Gemeinnützige Träger sollen sich auf ihre Bildungs- und Kulturarbeit konzentrieren können und nicht auf übermäßige Bürokratie.
SPD
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Volt
Anstelle komplexer Einzelanträge setzen wir auf vereinheitlichte Antragsprozesse, schlankere Berichterstattung und eine EU-Fördermittelberatungsstelle MV. Diese unterstützt Kommunen, Vereine, soziale Träger und Start-ups aktiv bei Antragstellung, Projektmanagement und Abrechnung. Nach dem Prinzip „Übernehmen statt neu bauen“ wollen wir zudem bewährte Verwaltungsprozesse anderer Länder übernehmen.
BSW
Außerschulische MINT+ und Medienbildung vermittelt Fähigkeiten, die für gesellschaftliche Teilhabe, Ausbildung und Beruf zunehmend unverzichtbar sind. Bibliotheken, Makerspaces, Medienwerkstätten, Jugendhilfeträger und regionale Initiativen erreichen dabei auch junge Menschen, die von klassischen Bildungsangeboten nicht ausreichend angesprochen werden.
Das BSW will eine verlässliche, mehrjährige Förderung solcher Angebote schaffen. Gefördert werden müssen nicht nur einzelne Veranstaltungen, sondern auch qualifiziertes Personal, Räume, technische Ausstattung, Software, Reparaturen, Fortbildungen und mobile Angebote. Tarifsteigerungen und die regelmäßige Erneuerung technischer Geräte müssen berücksichtigt werden.
Das Land soll regionale Bildungsnetzwerke unterstützen, in denen Schulen, Jugendhilfe, Bibliotheken, Hochschulen, freie Träger und Einrichtungen der beruflichen Bildung zusammenarbeiten. Im ländlichen Raum sollen mobile Labore, Medienmobile und transportable Werkstattangebote stärker gefördert werden.
Medienbildung muss neben technischen Fähigkeiten auch demokratische Urteilsfähigkeit vermitteln. Junge Menschen sollen lernen, Quellen zu prüfen, Manipulation zu erkennen, wirtschaftliche Interessen von Plattformen einzuordnen und sich selbstbestimmt in der digitalen Öffentlichkeit zu bewegen.
Auch diese Angebote gehören häufig zu den freiwilligen Aufgaben. Sie sind dennoch grundlegend für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Ihre Finanzierung darf deshalb nicht allein von der jeweiligen Haushaltslage einer Kommune abhängen.
Bündnis 90/Die Grünen
Mit einem Kulturgesetz, wie wir es fordern, könnte eine verlässliche Förderung und ein Ausgleich für steigende Kosten erfolgen. Und insbesondere haben wir eine institutionelle Förderung der soziokulturellen Begegnungs- und Bildungsorte im Wahlprogramm festgeschrieben, die ermöglicht, dass diese Einrichtungen erhalten bleiben und unabhängig und frei wirken können.
Zusätzlich wollen wir einen Eigenmittel- und Liquiditätsfonds zur Unterstützung der Einwerbung von Fördermitteln auflegen. Insbesondere die Bibliotheken wollen wir öffnen und als Veranstaltungs- und außerschulische Bildungsorte weiterentwickeln.
In unserem Wahlprogramm sind weitere Forderungen für einen lebendige Kulturszenen und die den Erhalt und Ausbau der soziokulturellen und außerschulischen Trägerlandschaft enthalten, u.a. Förderung von Personalstellen.
CDU
Die CDU befürwortet mehrjährige Förderzusagen statt jährlicher Einzelentscheidungen, um freien Trägern, Bibliotheken, Makerspaces und regionalen Initiativen echte Planungssicherheit zu geben. Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren stärken und dabei die Vielfalt der Trägerlandschaft ausdrücklich erhalten, statt auf zentrale Großstrukturen zu setzen. Digitale und MINT-Bildung sehen wir als Zukunftsaufgabe, die eine verlässliche institutionelle Förderung braucht und nicht von Projekt zu Projekt neu verhandelt werden sollte.
Die Linke
Für Die Linke gehören kulturelle Bildung, Medienbildung und MINT-Bildung zusammen. Kinder und Jugendliche brauchen heute sowohl kreative als auch digitale und naturwissenschaftliche Kompetenzen, um sich in einer zunehmend digitalisierten Welt selbstbestimmt bewegen zu können. Außerschulische Lernorte leisten hierfür einen unverzichtbaren Beitrag.
In den vergangenen Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern wichtige Strukturen aufgebaut. Dazu gehören unter anderem das Netzwerk MINTKids MV, die Initiative Create MV, das MINTforum Mecklenburg-Vorpommern, MINT- Profilschulen sowie außerschulische Lernorte wie Schülerlabore. Diese Entwicklung wollen wir fortsetzen und dauerhaft absichern. Unser Ziel ist es, freie Träger, Jugendhilfeträger, Bibliotheken, Medienwerkstätten, Makerspaces und regionale Initiativen stärker in eine langfristige Landesstrategie einzubeziehen.
Besonders wichtig ist uns dabei die Medienbildung. Medienkompetenz ist heute eine zentrale Voraussetzung für demokratische Teilhabe. Kinder und Jugendliche müssen lernen, Informationen kritisch einzuordnen, digitale Medien kreativ zu nutzen und Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll einzusetzen. Deshalb wollen wir das Medienpädagogische Zentrum personell stärken und die Zusammenarbeit mit Medienwerkstätten und außerschulischen Partnern ausbauen.
FDP
MINT- und Medienkompetenzen sind wichtige Zukunftskompetenzen. Außerschulische Lernorte leisten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag. Bibliotheken, Makerspaces, Medienwerkstätten, Jugendhilfeträger und freie Initiativen ergänzen den Unterricht durch praxisnahe Angebote und erreichen häufig auch junge Menschen, die über klassische Bildungswege nur schwer angesprochen werden. Wir möchten deshalb Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen, Unternehmen und außerschulischen Bildungspartnern vereinfachen. Dort, wo Angebote dauerhaft erfolgreich sind und einen nachweisbaren Beitrag zur Bildungslandschaft leisten, sollten Förderstrukturen verlässlich und bedarfsgerecht ausgestaltet werden. Gleichzeitig setzen wir auf transparente Förderkriterien, regelmäßige Evaluation und einen effizienten Mitteleinsatz.
SPD
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Volt
Volt möchte die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen, Kommunen, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen durch verbindliche Praxismodule stärken. Wir wollen regionale Bildungsnetzwerke aufbauen und bestehende Angebote besser miteinander verknüpfen. Deshalb setzt sich Volt für eine langfristige, mehrjährige Finanzierung von außerschulischen Bildungsangeboten ein. Freie Träger, Jugendhilfeträger, Bibliotheken, Makerspaces, Medienwerkstätten und regionale Initiativen sollen durch institutionelle Förderung und mehrjährige Förderprogramme Planungssicherheit erhalten. Dabei sollen insbesondere auch ländliche Räume und sozial benachteiligte Regionen berücksichtigt werden.
BSW
Musikschulen sind Bildungseinrichtungen und ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Infrastruktur. Ihre Förderung gehört in vielen Bereichen zu den freiwilligen Aufgaben von Land und Kommunen. Freiwillig bedeutet jedoch nicht verzichtbar. Musikschulen ermöglichen kulturelle Teilhabe, Bildung und Begegnung und sind damit unverzichtbar für eine lebendige demokratische Gesellschaft.
Der Fachkräftemangel lässt sich nur überwinden, wenn qualifizierte Musikschullehrer verlässliche Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung erhalten. Das BSW will deshalb den Landesanteil an der Musikschulfinanzierung erhöhen. Die Förderung muss sich stärker an den tatsächlichen Personal- und Unterrichtskosten orientieren und Tarifsteigerungen berücksichtigen. Die Kommunen dürfen mit diesen Kosten nicht allein gelassen werden.
Dauerhafte Unterrichtsaufgaben sollen grundsätzlich durch reguläre Beschäftigungsverhältnisse abgesichert werden. Unsichere Honorarverträge müssen schrittweise zurückgedrängt werden. Vorbereitungszeiten, Fortbildungen, Ensemblearbeit und Fahrzeiten zwischen verschiedenen Unterrichtsorten müssen angemessen berücksichtigt werden.
Gemeinsam mit kommunalen Trägern und Beschäftigtenvertretungen wollen wir landesweit vergleichbare Qualitäts- und Beschäftigungsstandards entwickeln. Eine bessere öffentliche Finanzierung muss zugleich verhindern, dass tarifgerechte Bezahlung durch stark steigende Elternbeiträge finanziert wird. Musikalische Bildung muss auch für Familien mit geringem Einkommen erreichbar bleiben.
Bündnis 90/Die Grünen
Für B90/ Die Grünen ist die Arbeit der Musik- und Jugendkunstschulen essenzieller Teil der Bildungs- und Kulturlandschaft in MV. Um Scheinselbstständigkeit nach dem Herrenberg-Urteil zu vermeiden, haben wir im Wahlprogramm festgehalten, prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu beenden und die Musik- und Kunstschulen kurzfristig mit Landeszuschüssen zur Abdeckung der steigenden Sozialversicherungskosten und Mobilitätspauschalen zu unterstützen.
Konkret wollen wir erreichen, dass durch Landeszuschüsse die Musik- und Kunstschulen unterstützen werden, um (besonders nach dem Herrenberg-Urteil) die Sozialversicherungsmehrkosten und Mobilitätspauschalen ihrer angestellten Lehrkräfte finanzieren zu können.
Außerdem haben wir festgelegt, spartenübergreifende Veranstaltungen (wie zum Beispiel Konzerten, Festivals, Workshops, kultureller Bildung, Netzwerkveranstaltungen) durch Förderung von Personalstellen zu unterstützen.
CDU
Die CDU stellt fest, dass der Lehrkräftemangel an Musikschulen zunehmend zum strukturellen Problem wird und tarifgebundene Bezahlung ein zentraler Hebel ist, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen. Wir setzen uns für eine auskömmliche Landesförderung ein, die es Musikschulen ermöglicht, ihre Lehrkräfte anzustellen, statt auf prekäre Honorarverträge angewiesen zu sein. Zugleich wollen wir prüfen, wie die Ausbildung von Musikschullehrkräften im Land gestärkt werden kann, um dem Fachkräftemangel langfristig auch von der Angebotsseite zu begegnen.
Die Linke
Musikschulen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Sie fördern musikalische Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe und sind für viele Kinder und Jugendliche der erste Zugang zu Kunst und Kultur. Gleichzeitig stehen viele Musikschulen seit Jahren unter erheblichem Druck. Der Fachkräftemangel und die Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils haben die bestehenden Probleme zusätzlich verschärft.
Gute kulturelle Bildung braucht gute Arbeitsbedingungen. Deshalb setzen wir uns für eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung der Musikschulen ein, die tarifgebundene Beschäftigung ermöglicht. Gleichzeitig müssen Kommunen als wichtige Träger der Musikschulen finanziell entlastet werden.
Darüber hinaus setzen wir uns für faire Honorare und gute soziale Absicherung aller Kulturschaffenden ein. Das betrifft Musikpädagog:innen ebenso wie freiberufliche Künstler:innen und Kulturvermittler:innen.
FDP
Musikschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung. Sie fördern Kreativität, Disziplin, soziale Kompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung. Damit sie diese Aufgabe gut erfüllen können, benötigen sie qualifizierte Lehrkräfte. Wir Freien Demokraten bekennen uns zur Tarifautonomie. Die Ausgestaltung tarifgebundener Bezahlung ist Aufgabe der Tarifpartner. Politische Eingriffe in Tarifverhandlungen lehnen wir ab. Gleichzeitig sehen wir die Verantwortung der Politik darin, gute Rahmenbedingungen für Musikschulen und ihre Mitarbeitenden zu schaffen. Dazu gehören bedarfsorientierte Förderstrukturen, weniger Bürokratie, Planungssicherheit und eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Kommunen. Nur wenn Musikschulen wirtschaftlich planbar arbeiten können, lassen sich attraktive Arbeitsbedingungen sichern und dem Fachkräftemangel wirksam begegnen. Wir wollen Musikschulen als wichtigen Bestandteil der Bildungslandschaft stärken und ihre Zusammenarbeit mit allgemeinbildenden Schulen weiter erleichtern. Dadurch können musikalische Bildung und kulturelle Teilhabe für möglichst viele Kinder und Jugendliche langfristig gesichert werden.
SPD
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Volt
Volt setzt sich dafür ein, die Attraktivität des Berufs durch moderne Arbeitsbedingungen, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine stärkere Anerkennung der kulturellen Bildungsarbeit zu erhöhen. Musikschulen sollen als wichtiger Teil des öffentlichen Bildungsauftrags verstanden und entsprechend in der Bildungs- und Kulturpolitik berücksichtigt werden. Gute Arbeitsbedingungen und eine faire, tarifgebundene Bezahlung sind entscheidend, um qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen, langfristig zu binden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Die Umsetzung der genannten Vorhaben setzt eine solide Finanzierung voraus. Welche Maßnahmen in welchem Umfang umgesetzt werden können, hängt von den finanziellen Spielräumen des Landeshaushalts und den jeweiligen Haushaltsbeschlüssen des Landtags ab. Deshalb wollen wir vorhandene Fördermöglichkeiten des Bundes konsequent nutzen und uns für zusätzliche Finanzierungsquellen einsetzen. Dazu gehört auch die Wiedereinführung der Vermögensteuer, damit Länder und Kommunen wieder stärker in Bildung, Kultur, Infrastruktur und den sozialen Zusammenhalt investieren können.